Föhn - ein unberechenbarer trockener, warmer Fallwind
Der Föhn, welcher nicht nur bei wetterfühligen Menschen Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, eine mangelnde Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit, Kreislaufstörungen, innere Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, Abgeschlagenheit und Gemütsschwankungen hervorrufen kann und den Meteorologen wegen seiner Unberechenbarkeit immer wieder Kopfzerbrechen bereitet, ist ein warmer, trockener Fallwind, der sich auf der Vorderseite von Tiefdruckgebieten im Lee, also an der windabgewandten Seite der Gebirgszüge einstellt. Zwar kennt man den Föhn vor allem im Alpenvorland, doch auch im Bereich der deutschen Mittelgebirge und in Norddeutschland, im Lee des Skandinavischen Gebirges, lassen sich Föhneffekte und Föhnerscheinungen beobachten. Auch wenn der Föhn häufig strahlenden Sonnenschein, eine aufgrund der geringen Luftfeuchtigkeit ausgezeichnete Fernsicht und zumindest vorübergehend deutlich steigende Temperaturen mit sich bringt, ist er, hervorgerufen von einem Tief, in den meisten Fällen ein Schlechtwetteranzeiger. Bei Föhndurchbruch kann in den klassischen Föhntälern, wie im Churer Rheintal, die Temperatur innerhalb weniger Stunden um mehr als 20 Grad ansteigen, vielfach begleitet von einem starken bis stürmischen Südwind, der in Spitzenböen ohne weiteres auch über 100 km/h erreichen kann. Allerdings herrscht bei Föhnlagen des öfteren eine ausgeprägte Inversion (Temperaturumkehr), da es die laue Föhnluft nicht immer schafft, die physikalisch gesehen schwerere, bodennahe, feucht-kalte Nebelluft auszuräumen. Dabei kann es vorkommen, dass es auf der knapp 3000 Meter hohen Zugspitze, dem höchsten Berg Deutschlands, wärmer ist als in den neblig-trüben Niederungen des Alpenvorlandes.